Gleitsicht-/Bifokal-Kontaktlisen

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Re: Gleitsicht-/Bifokal-Kontaktlisen

Beitragvon Benita Cantieni » Sa 24. Jul 2010, 18:58

Liebe Ulrizia

Ich bin kurzsichtig, brauche also den Fernbereich auf Pupillenhöhe. Habe ich meinen Optiker richtig verstanden, so liegt der Gleitbereich bei perfekter Körper- und Kopfhaltung bei mir genau in Pupillenmitte. Ich kann switchen von fern zu nah zu fern ohne den Kopf zu verrenken. Muss ich beim Autofahren auf die Anzeigen sehen, reicht eine Minimalbewegung. Und beim Lesen ist der untere Bereich gross genug.

Zweite Meinung einholen, Optiker wechseln? Meiner liess mich probesehen und anpassen und ausprobieren, bis ich zufrieden war, nicht er. "Danach hat noch nie jemand gefragt" ist eine sehr einfache Antwort. Ich brauche auch immer viel Zeit, bis ich das ideale Brillengestell habe. Die Nasenbügel dürfen nicht rutschen, denn die kleinste Verschiebung verändert ja wieder den "Gleithorizont" der Gläser. Gläser wähle ich prinzipiell gross, weil ich so besser zu Recht komme.

Gewöhnungszeit braucht jede neue Gleitsichtbrille. Das geht, denke ich, allen "Doppelsehern" so.

Herzlich, BC
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Re: Gleitsicht-/Bifokal-Kontaktlisen

Beitragvon Ulrizia » Di 20. Jul 2010, 13:52

Liebe Benita,


nach besten Vermögen habe ich Ihre Tipps zum Gleitsichtbrillenkauf (meine erste!) beachtet - und ich denke, nach drei Jahren Cantienica-Erfahrung kann ich mich aufspannen, wenn ich aufmerksam bin.

Trotzdem bin ich mit der Brille nicht wirklich glücklich. Ich müsste, wenn ich der Brille folgte, im "Kontaktbereich", da wo ich mit Menschen im Gespräch bin, den Kopf leicht in den Nacken legen. Ich tue das nicht, nehme die Brille dann eher ab oder verzichte auf absolut scharfe Sicht. Hm ...

Im xten Gespräch mit der Optikerin habe ich aber heute, glaube ich, ein Grundproblem verstanden, und ich bin sehr an Ihrer Meinung dazu interessiert. Die Optikerin sagte mir, dass bei jeder Gleitsichtbrille auf Pupillenhöhe (also da, wo ich entspannt geradeaus gucke) der Fernbereich liegt. Als ich sie fragte, ob man denn nicht einfach den mittleren Raumbereich auf Pupillenhöhe legen könnte, meinte sie, dass sei völlig unüblich,  noch nie habe bei ihr jemand danach gefragt.

Was meinen Sie???


Mit herzlichem Gruß, Ulrizia
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Re: Gleitsicht-/Bifokal-Kontaktlisen

Beitragvon Petra » Mi 31. Mär 2010, 13:19

Hallo Frau Cantieni,

ich bin notgedrungen auf eine ähnliche Lösung wie Sie und Ihr Optiker gekommen. Mehrere Monate lang habe ich fürchterliche Nacken und Schulterbeschwerden gehabt, die trotz allen Cantienica Trainings nicht weg gingen. Ich nahm an, die Schmerzen würden von meiner nicht angepassten Gleitsichtbrille kommen, die insbesondere bei der Computerarbeit nicht mehr stark genug war. Ich zögerte aber, mir eine neue Gleitsichtbrille machen zu lassen, da ich in New Faceforming Ihre einleuchtende Warnung gelesen hatte.
Ich beobachtete, wie meine etwa gleichaltrigen Kolleginnen und Kollegen genau wie ich mit zurückgelegtem Kopf verkrampft vor ihren Bildschirmen saßen, zur Starre und zum Starren Verurteilte. Alle klagten über Kopf- und Nackenschmerzen.
Schließlich entschloss ich mich zu einer Computer-Arbeitsbrille. Das ist eine erweiterte Nahsichtbrille, die es einem ermöglicht in schöner und gesunder Haltung vor dem PC zu sitzen. Damit kann man zwar nicht Autofahren, aber man erkennt die Leute noch, die zur Tür hereinkommen. Schade, dass ich Ihren Hinweis zum Anpassen bei aufgespanntem Sitzen nicht vorher gelesen habe, vielleicht wäre die Brille dann noch besser geworden. Meine Schulter- und Nackenbeschwerden waren sofort besser und sind an manchen Tagen ganz verschwunden. Ich bin sicher, dass mir die gute Arbeitshaltung bald wieder in Fleisch und Blut übergegangen sein wird. Sie ist mir im schleichenden Prozess schlechter werdender Augen leider nach und nach verloren gegangen.
Wenn man sich das vorstellt, wie viele Leute vielleicht unter ähnlichen chronischen Beschwerden leiden, nur weil der gesunde Menschenverstand im Gesundheitssektor oft auf der Strecke bleibt.
Für mich ist der Zusammenhang zwischen Sehen und Haltung evident. Alles ist mit allem vernetzt - offenbar auch unsere durch Ihre Forschungen angestoßenen Einsichten.

Herzliche Grüße Petra
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Re: Gleitsicht-/Bifokal-Kontaktlisen

Beitragvon Benita Cantieni » Mi 10. Mär 2010, 23:30

Liebe Birgit

Ich habe inzwischen selber Gleitsichtbrillen, und ich bin nicht inkontinent geworden. Ich kenne auch die Lösung, und als die mir aufging, fasste ich mir an den Kopf. Die Lösung ist sooooo simpel, so logisch, so einfach.

Ich sass beim Optiker. Er sagte, es sei mit mir so einfach, er bestimme den Übergang von Weit- zu Nahsicht, und das stimme dann für mich. Wenn es doch immer so einfach wäre. Viele seiner Klient/innen hätten die grössten Schwierigkeiten mit den Bifokalen. Ich sass sehr gerade und aufrecht in dem kleinen, unbequemen Lederfauteil, hatte eigenhändig den Spiegel auf Augenhöhe angpasst. Ich schaute links und schaute rechts, und da sassen Menschen mit krummen, runden Rücken in den gleichen Stühlchen, reckten das Kinn hoch, warfen dabei den Kopf in den Nacken und bekamen die Brillen in diesen Stellungen angepasst.

Mit der solcherart angepassten Brille müssen die Menschen dann auch im Auto und im Wald und im Kino durch die Gläser schauen, müssen immer das Kinn vorne hochziehen, die Stirn runzeln, den Kopf in den Nacken werfen, um sich den Sehhilfen anzupassen.

Diese Haltung schadet dem Körper. Er zwingt das Becken in die Kippung. Es schiebt sich vor, der Levator Ani hängt durch. Auf Dauer ist Inkontinenz eine mögliche Folge.

Heisst: Die Beckenbodenschwächung kommt nicht von der Gleitsichtbrille, sondern von der Haltung, in der sie angepasst wurde. Von Linsen habe ich keine Ahnung, doch nehme ich an, es sei alles viel einfacher. Die Kunstlinse muss auf die natürliche Linse passen, der Übergang der Sichtweisen wird wahrscheinlich genormt sein. Falls nicht, falls die Korrektur genau auf Sie abgestimmt werden muss: Vorne am Rand sitzen, mitten auf den Sitzbeinhöckern. Füsse hüftweit im Leicht-V, Fersen direkt unter den Knien, die auch hüftweit stehen. Becken aufrichten, WS aufspannen, Brustkorb über Becken, Kopf thront, Kinn parallel zum Boden, Schultern entspannt. Nun soll der Optiker den Spiegel auf Sie einstellen, damit er die Linsen auf Sie anpasst. Nicht umgekehrt.

Herzlich, BC

PS: Ich werde die Sache in der nächsten Auflage von NEW FACEFORMING präzisieren und die Anleitung zum guten Brillenkauf einfügen.
Benita Cantieni
 
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Gleitsicht-/Bifokal-Kontaktlisen

Beitragvon Ribka » Mi 10. Mär 2010, 22:12

Liebe Benita,

mit Begeisterung (und Erfolg) praktiziere ich Ihre Beckenbodenübungen und habe jetzt auch mit dem "New Faceforming" begonnen. Im Buch wird vor Gleitsichtbrillen gewarnt, und die Argumentation leuchtet mir ein.

Jetzt bin ich (werde demnächst 50) neuerdings mit dem Thema "Lesebrille" konfrontiert und muss eine Lösung finden. Ich bin sehr stark kurzsichtig (-7 Dioptrien) und trage seit mehr als 30 Jahren Kontaktlinsen. Beim Optiker hat man mir Bi- bzw. Multifokal-Kontaktlinsen empfohlen, die mir dann auch die lästige Lesebrille ersparen würden.

Jetzt weiß ich nicht, wie ich mich entscheiden soll: haben solche Kontaktlinsen eine ähnliche Wirkung wie Gleitsichtbrillen, d.h. würden Sie davon abraten? Oder funktioniert das doch ein bisschen anders? Ich habe nämlich einen Horror vor einer Lesebrille (die mich auch ständig beim Arbeiten mit dem Headset enorm stören würde, das andererseits eine große Erleichterung bei meiner Arbeit am Empfang ist). Haben sie da einen Tipp für mich?

Herzlichen Dank und viele Grüße

Birgit
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